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"So können Männer wieder lieben!"

Gott sei Dank steht "Werbung" unter diesem unsäglichen Artikel (Quelle: OÖN 25 11 2009), der offenbar von Pharmafirmen gesponsert die Internetplattform www.wiederlieben.at in das Gehirn der Männer befördern möchte. "Leider" sind es Ärzte, die hier beworben werden, das tut mir leid, macht mich betroffen, denn die Botschaft ist allzu banal.

"Ein Paar hat zunächst keine Probleme, dann treten Erektionsstörungen auf, er redet mit seiner Frau, informiert sich im Internet, geht zum Arzt und bekommt eine geeignete Behandlung. "Seither geht es uns wieder gut" so sein Kommentar. Die Botschaft lautet: Gehen Sie zum Arzt. Den Urologen in der Nähe findet man auf der wiederlieben.at-Seite."

Im letzten Absatz wird man(n) aufgeklärt, dass die "Behandlung" aus der Verordnung von Tabletten (daher das Sponsoring der Pharmafirmen!), aus der Benützung mechanischer Hilfsmittel oder einer Operation bestehen kann....

So weit so gut. Hier geht es schlicht und einfach um die Therapie der Erektion, die dabei betriebene Wissenschaft könnte man "Erektiologie" nennen, das hat aber mit dem, was wir wollen - der dreidimensionalen Sexualität - herzlich wenig zu tun.

Liebe Männer, ich setze voraus, dass es Ihnen bewusst ist, dass der Penis mit Sex zu tun haben kann, aber mit Liebe nicht viel zu tun haben muss. Der Titel dieser Anzeige "So können Männer wieder lieben" impliziert, dass Männer mit Erektionsstörungen nicht "lieben" könnten. "Lieben" hat aber primär eine emotionale Qualität, daher ist dies natürlich Unsinn, genauso als würde man behaupten, was ja die Schlussfolgerung wäre, dass nur Männer mit intakter Erektion zur "Liebe" fähig wären. Bei diesem - wie gesagt banalen Artikel in den OÖN - wird also einiges verwechselt, nicht ganz unabsichtlich, denn mit Polarisierung macht man allemal die besseren Geschäfte. Besondere Beachtung verdient allerdings der Umstand, dass sich hier eine ganze Ärztegruppe äusserst oberflächlich darstellen lassen....!

Nochmals für alle Männer, deren Erektion nicht so standhaft ist wie sie sein könnte: "lieben" können Sie Ihre Partnerin auch mit wackeliger Erektion, oder ganz ohne Erektion (!), dazu haben Sie Ihr Gehirn und im übertragenen Sinne auch ein "Herz", hoffentlich "am rechten Fleck"! Die "Liebe" funktioniert sogar auf sehr große Distanzen, oder hören Sie zu lieben auf, wenn Sie verreisen? "Liebe" ist uns Sexualmedizinern ein hochheiliger Begriff, der nicht so leichtfertig verwendet werden sollte. Und allen sei ins Stammbuch geschrieben, die blosse Verordnung eines Medikamentes oder eines technischen Hilfsmittels macht aus einem Mann noch lange keinen Liebenden. Das wäre ja schon wieder eine Sensation! Sind Ärzte dann doch Götter in weiß?

Der Penis ist nur ein Tool, ein Werkzeug, und dessen Erektion sollte die Folge einer liebevollen Zuwendung auf einen geliebten Menschen sein, der sich mehr verdient hat, als als blosses Mittel zum Zweck gesehen zu werden. Die Erektionszentriertheit - der Phallozentrismus -  in der Sexualität ist ein Denkfehler der Männer und man sollte sie nicht auch noch fördern.


SEXUALITÄT IST KEINE TECHNOLOGIE

Sexualität ist keine Technologie, sondern dient primär dazu, die psychsozialen Grundbedürfnisse von Männern und Frauen nach Liebe, Geborgenheit, Wertschätzung und Akzeptanz zu einer positiven Erfüllung zu bringen.

Dazu kommt, dass weit über 90% aller Erektionsstörungen psychosomatisch bedingt sind. Die Verordnung von Medikamenten, die Verwendung von technischen Hilfsmitteln oder gar die Operation sind in diesen Fällen nicht erfolgversprechend. Psychosomatische Beschwerden können nicht durch technische Hilfsmittel behoben werden, sie werden behandelt mittels Psychotherapie unter Beiziehung der Partnerin, kurzum mittels Sexualtherapie.

Die Verordnung von Medikamenten bei psychosomatisch bedingten Erektionsstörungen können die Probleme im Bett nicht lösen. Sie führen möglicherweise zu einer Erektion, lösen aber nicht das eigentliche Problem, reissen keine "Barrieren" nieder, die innerhalb der Beziehung bestehen. Was nützt die schönste Erektion, wenn die Bereitschaft zum Sex nicht da ist?

Die Verordnung bedarfsmäßig einzunehmender Medikamente ("on-demand-Medikation") führt zudem zu einer Konditionierung des Mannes auf dieses Medikament, macht also gewissermassen psychisch abhängig. Auch dies sollte man bei der Verordnung von Medikamenten bedenken! Ganz besondere Zurückhaltung ist bei noch jungen Männern geboten!


DARF´S EIN BISSCHEN MEHR SEIN?

Tja, weil wir schon dabei sind, da gibt es ja noch andere Medikamente, die man doch gleich auch noch einwerfen könnte...zum Beispiel das Dapoxetin, ein Psychopharmakon, dass die Männer länger "können" lässt!

Oder vielleicht ein Präparat zur Steigerung der Lust der Frau? Potenzmedikamente können ja an zwischenmenschlichen Problemen nichts verändern, die Frau, die vielleicht gar nicht bereit ist zum Sex wirft eine Tablette ein und - siehe da! - jetzt kriegt sie Lust!

Ein Tablette für die härtere und ausdauernde Erektion, eine weitere Tablette damit er "länger" kann und eine dritte, damit sie überhaupt mal will.

Wenn mal kein Sex läuft, was in Anbetracht der vorhandenen Medikamente ja selten sein wird, läuft er noch mit einem "mechanischen Hilfsmittel" in der Gegend rum um sein bestes Stück etwas zu verlängern. Und schon ist die Technisierung der Sexualität perfekt, ganz nach dem Primat der Freizeit- und Happynesskultur der Jetztzeit. Alles ist machmar...!? Mit Tabletten?


GENAU DAS WOLLEN WIR NICHT!

Genau das wollen wir nicht, die Gleichsetzung von Erektionsfähigkeit und "Liebe". Das eine ist ein technischer Begriff, das andere der Inbegriff für die Sehnsüchte der Menschen. Jeder Mensch möchte "geliebt" werden, doch so zu tun, als wäre das gebunden an die Erektionsfähigkeit des Mannes, ist einfach nicht richtig.

Die Paar- und Liebesfähigkeit ist zunächst mal ein Begriff aus der Psyche und der Sozialisation der Menschen. Sie besitzt eine cognitive und eine emotionale Dimension.

Auch für uns Sexualmediziner ist die Sexualität ein wichtiger Bestandteil einer Beziehung, sie ist die leidenschaftlichste Form, mit der man Liebe und Begehren ausdrücken kann. Doch auch Sexualität ist zu vielschichtig um sie an die Erektionsfähigkeit zu binden.

Die Erektion wiederum ist ein wichtiger Bestandteil des Mannseins. Das Unvermögen eine ausreichende Erektion auf zu bauen nennt man erektile Dysfunktion. Erektile Dysfunktionen haben meistens psychosomatische Hintergründe, daher stellen die blosse Verordnung eines Medikamentes oder alle anderen Versuche von technischen Lösungen eine unzulässige Verkürzung der Sexualmedizin dar.

Sexualmediziner sind bemüht, den Ursachen von sexuellen Störungen auf den Grund zu gehen. Manchmal ist das ein mühsamer Weg, der nicht nur nach medizinischem Know-How verlangt, sondern auch nach Kompetenzen in psychosomatischer Medizin. Dazu ist es noch erforderlich, die Partnerin mit einzubeziehen, der Therapeut sollte also nicht nur Arzt und Psychosomatiker sein, sondern auch noch über Erfahrung in Mediation und Supervision verfügen. Der Sexualmediziner ist in allen diesen Sparten der Medizin ausgebildet. Er ist der Ansprechpartner in allen Fragen rund um die Sexualität und sexuelle Störungen.

 
 
 
ES IST MIR WICHTIG DARAUF HIN ZU WEISEN, DASS ICH ALS AUTOR DIESER WEBSITE UNABHÄNGIG BIN. DIESE WEBSITE IST VON NIEMANDEM GESPONSERT ODER UNTERSTÜTZT, SIE FINANZIERT SICH AUS MEINER TÄTIGKEIT ALS ARZT UND DIEJENIGEN PATIENTEN, DIE ÜBER DIESE HOMEPAGE DEN WEG IN MEINE PRAXIS FINDEN. SIE WERDEN DAHER AUCH KEINERLEI WERBUNG ODER POP-UP`s FINDEN. ES GIBT KEINE VERPFLICHTUNG ZUR RÜCKSICHTNAHME AUF DRITTE, ZUM BEISPIEL PHARMAFIRMEN ODER ANDERE POTENZIELLE GELDGEBER. ICH FÜHLE MICH DER WISSENSCHAFT VERPFLICHTET UND MEINEM GEWISSEN.