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Der Zwang zur Eroberung

Die psychosozialen Grundbedürfnisse gelten nicht nur für Frauen. Auch Männer streben nach geordneten Verhältnissen, möchten wissen wohin sie gehören und sehen sich nach Liebe, Geborgenheit und Akzeptanz. Dies ist ein Faktum, über das zu diskutieren müßig ist. Nicht nur in Umfragen erweisen sich die Männer in tragfähigen, liebevollen Beziehungen als die glücklicheren, auch Statistiken beweisen dass gebundene Männer länger leben als ihre Single-Geschlechtsgenossen.

 

Doch da gibt es noch diesen Drang nach Eroberung, der uns allen eigen ist und den jeder Mann in sich verspürt. Es bleibt dabei jedem überlassen, wie weit er das Spiel des Eroberns treib, ob er ihm vollends entsagt, weil es wichtigeres zu tun gibt (der Lügner), ob er Sex überhaupt für verzichtbar hält (der Chancenlose), ob er vor lauter Arbeit und dadurch bedingter Erschöpfung kaum mehr freie Energien dafür erübrigen kann (der Workoholic, der später erkennen wird, dass er am Leben vorbeigeht) oder ob er seinem Eroberungsdrang freien Lauf lässt (der Draufgänger).

Wie auch immer, es gibt ihn, den Drang zur Paarung mit neuen Sexualpartnern.

Die Motive sind verschieden. Die Befriedigung des Narzismus, der ewig neu zu bestätigenden sexuellen Identität, und natürlich auch der dem allen zugrundeliegende Trieb, seine Gene zu verbreiten. Der ist ja der eigentliche Motor des Lebens.

 

Während Frauen in einem Zyklusverlauf nur an wenigen Tagen über einen mit den Männern vergleichbaren Testosteronspiegel verfügen, zwischen libidinöser Begierde und kalter Ablehnung der Sexualität schwanken, bestätigt die Wissenschaft den gesunden Männern eine permanente gleichbleibende Lust nach  okkasionellen Sexualkontakten.

Sämtliche für solche Behauptungen erforderlichen Kriterien werden dabei erfüllt: in allen Kulturen (transkulturell), allen Sozialistaionen (transsozial), selbst bei unseren nächsten Verwandten, den Menschenaffen (interspeziesknstant)  und mit den für die Erstellung von Regeln erforderlichen Ausnahmen trifft es zu: Männer sind und bleiben Jäger.

Alter sei kein Lustkiller, resümieren Forscher, wohl aber die Dauer einer Partnerschaft. Unabhängig vom Lebensalter lasse die Lust am Sex in den ersten 10 Jahren einer Partnerschaft nach, bei Paaren zwischen 20 und 29 ist der Abfall des sexuellen Verlangens stärker als bei älteren Pärchen. (Zitat aus der Internetplattform www.web.de)

 

Edward Coolidge war der 23. Präsident der Vereinigten Staaten von 1923 bis 1927. Nach ihm wurde der Coolidge-Effekt benannt.

Es soll sich so zugetragen haben:

Das Präsidentenpaar besichtigt Farmen in Texas. Jeder für sich. Die First Lady  befindet sich auf einer Hühnerfarm und zeigt sich beeindruckt von der Leistung des Hahnes. Über dessen wahrlich unermüdliche Bemühungen seinen Harem zu befriedigen aufgeklärt, zeigt sie sich nachdenklich und ereilt den Auftrag, den Präsidenten von der außergewöhnlichen Leistung des Hahnes in Kenntnis zu setzten. „Sagen Sie das doch mal meinem Mann“ soll sie gesagt haben.

Gesagt getan, am Nachmittag kommt der Präsident zu eben dieser Farm, auftragsgemäß wird er von der Bewunderung der Frau Gemahlin für die sexuellen Leistungen des Hahnes unterrichtet. Der Präsident überlegt nicht lange und soll gesagt haben: „Ist denn das immer dieselbe Henne, die der Hahn hier begattet?“

 

Der Coolidge –Effekt ist der Wissenschaftsname für den Drang der Männer (und der Hähne) nach Eroberung. Beim Hahn lässt sich natürlich leichter mit den Argumenten der Evolutionsbiologie operieren, beim Menschen ist das problematisch, weil ich meine Kritiker den kleinen Unterschied zwischen Hähnen und Menschen beschwören höre. Doch es gibt da noch die nicht wegdiskutierbare wissenschaftliche Grundlage für den Coolidge-Effekt, das zunehmende Dopamindefizit im Thalamus.

Dopamin ist ein Neurotransmitter, der auch in den Sexualitätszentren die Nervenerregung von einer Nervenzelle auf die andere überträgt. Je mehr Dopamin desto mehr Lust, könnte man die Fakten auf den Punkt bringen.

Leider ist es nun so, dass die Dopaminspiegel schon nach wenigen sexuellen Aktivitäten mit ein und derselben Partnerin messbar in den Keller fallen. Dies korreliert mit der abnehmenden Lust zum Sex.

 

Selbstverständlich soll der Coolidge-Effekt nicht die Legitimation für Seitensprünge sein. Er rechtfertigt aber die große Lust am Unentdeckten.

Wir Männer bekennen uns dazu, denn Forscherdrang und Entdeckungsgeist ist eine typisch männliche Eigenschaft, eine Tugend.

Sie ist ein Teil unseres Aggressionsverhaltens, denn adgredere heißt „auf etwas zugehen“.

Und Hand aufs Herz: wie würde es um unsere Zivilisation aussehen, wenn wir Männer nicht diesen Part übernehmen würden.

 

 

 
 
 
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