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Männer, Tattoos und Piercing - Schmuck und Risiko

Tattoos und Piercings erfreuen sich in der westlichen Welt steigender Beliebtheit. Das ist nicht überall so: in manchen islamisch dominierten Staaten sind sie der Inbegriff westlicher Dekadenz und nicht gerne gesehen.

In Deutschland sind etwa 10% der Gesamtbevölkerung tätowiert, die Verteilung ist sehr inhomogen. Es sind mehr Männer als Frauen tätowiert, es gilt auch: je jünger und je geringer das Einkommen desto größer die Anzahl der Tätowierungen.

Beim Tätowieren werden Farbstoffe in die Haut eingebracht, die dann von Makrophagen „gefressen“ und so fixiert werden.

Unter Piercing versteht man das Anbringen von Schmuckstücken an den verschiedensten Körperteilen. Weil dabei das Hauptmotiv die Attraktivierung des Körpers ist, sind deutlich mehr Frauen als Männer gepierct. Es wird geschätzt, dass in Österreich etwa 500.000 Personen ein Piercing tragen.

Beim Cutting werden Ziernarben in die Haut eingebracht. Die zugefügten Wunden werden mit Zucker, Vaseline oder Zitrone behandelt, um die Keloidbildung zu fördern. Die Technik findet vor allem bei afrikanischen Völkern Verwendung, weil sich wegen der Dunkelhäutigkeit Tätowierungen zu wenig abheben würden.

 

Die Motive für alle  drei Techniken sind sehr ähnlich. Sie dienen zum einen der sexuellen Attraktivierung in der vom jeweiligen Geschlecht favorisierten Dimension. Männer benützen die Sexualität zur Selbstdarstellung, sie neigen dazu ihre „Männlichkeit“ zu unterstreichen , - die Motive sind daher Totenköpfe, Raubtiere oder andere martialisierend wirkende Darstellungen. Ganz grundsätzlich dient das Tätowieren auch dem Protest gegen das Establishment, dessen Motor das von den bürgerlichen Schichten gepflegte Stigma gegenüber Tätowierten ist.

Die von den Frauen favorisierte sexuelle Dimension ist die Reproduktion. Frauen wählen daher vorwiegend Schmuckornamente und wollen damit ihrem potenziellen Beziehungspartner gefallen.

Natürlich gibt es noch andere Motive für Tattoos, zum Beispiel die Dokumentation einer Zusammengehörigkeit. Dies kann der Institutionalisierung einer Beziehung dienen, manchmal aber auch Symbol sein für die Zugehörigkeit zu einer okkulten Vereinigung.

 

Die Diskussionen über mit dem Tätowieren oder Piercen in Zusammenhang stehende gesundheitliche Risken beschäftigen seit langem die Medizin. Umfragen bestätigen, dass die Meinung, Tattoos könnten Hautkrebs verursachen weit verbreitet ist.

Die objektive Beurteilung indessen fällt schwer.

 

Einer der Gründe hierfür ist das geringe Wissen über die Zusammensetzung der Farbstoffe, die sehr häufig als „Betriebsgeheimnis“ betrachtet wird. Ärzte fordern seit langem die Standardisierung der Farbstoffzusammensetzung. Bestandteile der Farbstoffe sind Antimon, Cadmium, Arsen, Chrom, Kobalt, Zink und Nickel. Eine Finnische Studie fand in tätowierten Hautarealen Melanome, Keratoakanthome und Basalzellcarcinome, allerdings nicht in einem höheren Ausmaß als bei nicht tätowierten Personen. Schließlich kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass das Hautkrebsrisiko durch Tattoos offenbar als „gering“ ein zu schätzen ist.

 

Erwartungsgemäß führt Tätowieren zu Entzündungen in der Haut, die bis in die regionären Lymphknoten verfolgt werden können. Vor allem unter UV – B Licht kommt es zu Bildung inflammatorisch wirkender Metaboliten, die durch körpereigene Substanzen, zB. Cytochrom P 450, früher oder später inaktiviert werden.

Es gibt natürlich auch durch Tätowieren übertragene Infektionen. Bakterielle Infektionen sind weniger häufig als beim Piercen und kommen doch vor. Die Hauptverursacher sind Streptokokkus pyogenes und Staphylokokkus aureus. Meist verursachen sie Erysipel bis hin zu Sepsis, manchmal auch Gangrän und Komplikationen wie Endocarditis.

Durch unsaubere Geräte können Viruserkrankungen verursacht werden: in der Fachliteratur wird die Übertragung von HIV, HPV, Herpes und Hepatis beschrieben.

Das klinische Bild des Tätowierens wird aber dominiert durch allergische Reaktionen auf Farbstoffe, wobei es keine verlässlichen wissenschaftlichen Daten über deren Prävalenz gibt.

Die allergischen Substanzen befinden sich nicht in der Farbe, sondern entstehen durch Metabolisierung in der Haut. Die Dauer der Sensitivierung ist unterschiedlich, sie dauert von Monaten bis Jahre. Man kann sich vorstellen wie frustrierend antiallergische Behandlungen sein werden, wenn man bedenkt, daß die Farbstoffe aus dem Körper nicht eliminiert werden können. Die Problemfarbe schlechthin ist rot, bei einfärbig schwarzen Tätowierungen gibt es Allergien nur in statistisch nicht erfassbaren Größen.

 

Ganz abgesehen von den tattooinduzierten Komplikationen scheint das Hauptproblem der Tätowierten ganz anderer Natur zu sein, nämlich, dass es früher oder später 50% der Tätowierten bereuen sich tätowieren haben zu lassen. „Regrets“ sind das eigentliche Problem der Tattooindustrie, - und stellen für sich wieder einen Riesenmarkt dar. Nach Durchsicht der Datenlage ist es bis heute nicht möglich, Tattoos  verlässlich spur- und narbenlos zu entfernen, auch nicht unter Zuhilfenahme modernster Techniken wie LASER.

Auch dies sollte man vor dem Tätowieren in Beratungen einfließen lassen, was meinen (nicht repräsentativen) Erhebungen nach nicht im ausreichenden Umfang geschieht.

Mit Hilfe von spezieller Schminke gibt es die Möglichkeit Tattoos vorübergehend zum Verschwinden zu bringen. Dies wird praktiziert um in heiklen Situationen – etwa bei Bewerbungsgesprächen -  nicht stigmabedingte Nachteile in Kauf nehmen zu müssen.

Zur Minimierung der hier aufgezählten Risiken werden seit Jahren der Erlass von Bestimmungen vor allem für die Zusammensetzung der Farbstoffe gefordert. Laut „First International Conference on Tattoo Safety“ zu Berlin im Jahre 2013 gibt es solche Bestimmungen ansatzweise in den USA. In der EU gibt es keinerlei Bestimmungen, die die Zusammensetzung der Farbstoffe regulieren würden.

 

Auch beim Piercen gibt es Komplikationen, die allerdings meist besser beherrscht werden können. Anders als beim Tätowieren lässt sich beim Piercen der in die Haut eingebrachte Fremdkörper einfach, rasch und vor allem restlos entfernen.

Die Prävalenz von Komplikationen wird mit 25  bis 33 % angegeben, 10% aller Gepiercten brauchen nach dem Piercen einen Arzt. Bei den Komplikationen handelt es sich um Entzündungen, Infektionen, Allergien und Blutungen.

Die Komplikationsrate beim Piercen hängt maßgeblich vom Körperteil ab an dem das Piercing angebracht wird. Während Haut meist sehr geduldig reagiert, kommt es beim Piercen anderer Gewebe sehr viel häufiger zu Komplikationen. Wegen der hohen Komplikationsrate muss hier das Tragus- und Helixpiercing am Ohr als besonders risikoreich angeführt werden. Der durchstochene Knorpel kann mit einer Perichondritis reagieren; Infektionen können zur dauerhaften Schäden und irreparablen Deformationen führen.

Als ebenso beliebt wie heikel muss das Zungenpiercing beurteilt werden. Das Hauptrisiko sind die von durch den Stichkanal eindringende Speisereste verursachten Infektionen, die nicht nur bei frischen Wunden vorkommen können, sondern zum Teil auch sehr viel später.

Die Liste der durch Zungenpiercing verursachten Gesundheitsschäden ist lang. Sie reicht von Mundgeruch über Zahnfrakturen bis zur Sepsis, bei der das Zungenpiercing als Eintrittspforte für Infektionen fungiert.

 

Zusammenfassend muss festgestellt werden, dass es sehr wohl Kontraindikationen für das Anbringen von Piercings oder Tätowierungen gibt.

Absolute Kontraindikationen sind Störungen des Immunsystems, immunsuppressive Therapie, Gerinnungsstörungen oder bekannten Allergien auf Inhaltstoffe der Farben oder Schmuckstücke. Das Tätowieren oder Piercen von Kindern unter 14 Jahren bleibt in Österreich auch mit dem Einverständnis der Eltern verboten.

Relative Kontraindikationen bestehen bei Diabetikern.

Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren bedürfen auf Grund gesetzlicher Bestimmungen der Zustimmung der Eltern.

Aus der gesetzlichen Verpflichtung zur Aufklärung leitete Mag. Christian Boukal im „Konsument“ seine Qualitätskriterien ab. Tätowierer und Piercer sind verpflichtet der gesetzlichen Aufklärungspflicht nach zu kommen und sie müssen vertrauenswürdig sein.


Demnach ist ein Studio nur dann vertrauenswürdig, wenn es neben Beratung und Aufklärung auch über Kontraindikationen informiert.

Aufgeklärt muss über Risiken werden, auch über die zu erwartbaren Schmerzen, die Dauer bis zur Abheilung der zugefügten Wunden und die Möglichkeiten, ein Tattoo wieder loszuwerden. Darüber hinaus müssen die Piercer und Tätowierer hygienische Standards einhalten und eine umfassende Beratung und Information zum Eingriff und zur Nachbehandlung der Wunde anbieten, hält  „Konsument“ fest.

Nicht zuletzt erwarten sich die Tester von „Konsument“ einen Preisaushang und einen hygienisch einwandfreien Eingriffsraum. Für unmündige Minderjährige (unter 14 Jahren) ist in Österreich Piercen und Tätowieren auch mit Einverständnis der Eltern verboten.

Für mündige Minderjährige (14 bis 18 Jahre) ist laut Gesetz das Einverständnis der Eltern notwendig, wenn die Wundheilung der gepiercten Körperstelle länger als 24 Tage dauert.

 

Dr. Georg Pfau

Sexualmediziner, www.sexualmedizin-linz.at

 

Quellenabgaben:

1) First International Conference on Tattoo Safety, Juni 2013 zu Berlin

2) Mag. Christian Boukal im „Konsument“

 
 
 
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