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Die Symptome des Wechsels

Kein Mann kommt in die Sprechstunde und sagt: "Herr Doktor, ich bin im Wechsel!". Das würde sich ja kaum einer eingestehen, die anderen und vor allem Frauen kommen in den Wechsel, ich selbst doch nicht, mögen sich diese Männer denken.

Wie auch immer, wenn sie einmal in der Praxis sitzen ist schon ein gewaltiger Schritt getan. Die meisten kommen gar nicht so weit, sie versuchen ihre Probleme auf andere Art zu lösen, wie ein Mann halt seine Probleme löst. Mit Alkohol zum Beispiel, der lässt vergessen und ist auch eine plausible Begründung, warum "es" ganz einfach nicht mehr geht. Schon Junge neigen zum Versagen nach einem oder gar zwei Bier.

 

Fest steht, dass der Wechsel den meisten Männern Probleme macht, unter denen sie leiden. Nicht nur sie selbst, sondern auch die Partnerinnen und zum Schluss auch die Beziehung.

Dies kann man auch daran erkennen, dass nicht selten die Frauen anrufen um für ihre Männer einen Termin beim Männerarzt zu machen.

 

Die meisten Männer beginnen die Schilderung ihrer Beschwerden mit ganz banalen Dingen, mit Schlafstörungen zum Beispiel oder der mangelnden Motivation zum Sport. Erst nach und nach, meist mit der fragenden Unterstützung des Therapeuten kommen weitere Symptome ans Tageslicht, die Veränderung der Körperarchitektur trotz Bemühungen zum Abnehmen und schliesslich die sexuellen Probleme.

"Kann das schon alles gewesen sein" bringen manche Frauen die Frage auf den Punkt. Aus ihnen spricht ein wenig Enttäuschung und auch Ratlosigkeit.

 

Sexuelle Unzufriedenheit führt zu Beziehungsunzufriedenheit, diese letztendlich zum Scheitern der Beziehung. Der Wechsel ist eine Phase der Umstellung, das ist ja eigentlich die Bedeutung des Wortes "Wechsel", diese Umstellung bedarf einer gehörigen Portion an Geduld und Verständnis. Man - die Frauen, der Mann - muss wissen was hier vorgeht.

Der Wechsel ist die Folge des schleichenden Verlustes an Testosteron (PADAM). Die Beschwerden kommen successive, aber sie kommen bestimmt. US-amerikanischen Andrologen schätzen, dass 50% der 50-jährigen Männer einen behandlungsbedürftigen Testosteronmangel haben, Tendenz steigend.

Aber nicht nur übergewichtige und unsportliche Männer leiden unter Wechselbeschwerden, ganz im Gegenteil. In meiner Praxis habe ich eine ganze Menge von Sportlern, deren erstes Symptom der Leistungsabfall im Sport ist. Erst auf Nachfragen sind sie bereit, auch andere Beschwerden zu zu geben.

 

Manch ein Mann ist nur einfach "depressiv". Er hat seinen jungenhaften Übermut verloren und wälzt düstere Gedanken, hat Zukunftsängste und sieht Probleme, wo keine sind. Auch das können Wechselbeschwerden sein. Nicht selten nimmt er bereits ein stimmungsaufhellendes Medikament, ein Antidepressivum.

Dies mag ja seine Berechtigung besitzen, doch vielleicht könnte man einem solchen Mann sehr viel einfacher mit ein wenig Testosteron helfen? ich habe jedenfalls viele solche Fälle in der Praxis.

 

Haben Sie Fragen? Schreiben Sie mir: georg.pfau@me.com

 


 
 
 
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